Neue Eutiner Festrspiele

 

Freitag, der 12.8.11

Der reingelegte Hussek

Wenn man die Geschichte vom betrogenen Hussek liest, läuft es einem kalt über den Rücken. Können diese Politiker überhaupt noch schlafen, oder sind sie völlig abgebrüht und gewissenlos? Was sagt eigentlich die Christin Elgin Lohse dazu, die in ihrer "Leuchtfeuer-Gemeinde" von Großherzigkeit und selbstloser Nächstenliebe predigt (nachzuhören: http://www.leuchtfeuer-gemeinde.de/add-menu/menu-11/predigten.html?L=3)? Aber Predigt und Praxis sind wohl ein Riesen-Unterschied. Vielleicht ist ihr Trost an Hussek: "Selig sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden"

 

Klaus Hartwig

 

 

 

 12.8.2011

 

Das Bauernopfer Hussek

Bravo Herr Tech, dass Sie klar Stellung beziehen für Anstand und Moral, auch für Politiker. Für die Tagespresse ist der einst wie ein Messias gefeierte Hussek "aus den Augen aus dem Sinn" (im Ostholsteiner Anzeiger ist zu dieser menschlichen Tragödie kein Wort zu finden!), oder passt seine schlimme Geschichte nicht in den Schmusekurs zu den "ehrenwerten" Obrigkeiten unserer Stadt?

 

S. Dunkert

 

 

FWE FRAKTION                                                                   2.06.2011 

 

Pressemitteilung

 

 

Festspiele Insolvenz: FWE versucht Aufklärung einzuleiten!

 

Die FWE Fraktion bemüht sich, Licht um die Ereignisse der insolventen Eutiner Festspiele GmbH zu bringen: Wir haben in der nächsten Stadtvertretung diverse Punkte aufnehmen lassen, um die Möglichkeit einer ausführlichen und sachlichen Diskussion zu erreichen.Wenn es nach der FWE geht, soll die Verwaltung als erstes Bericht halten und anschließend die von der Stadt entsandten Mitglieder des Aufsichtsrates: Wir möchten sowohl der Verwaltung, als auch den Aufsichtsräten die Möglichkeit geben, sich über die Geschehnisse aus ihrer Sicht zu äußern. Von Frau Obieray (Grüne) ist uns bekannt, dass Sie sich für Zahlen verbürgt und anschließend davon nichts mehr Wissen möchte.Das Märchen mit der falschen Buchhaltung ist vom Tisch, die Aufsichtsräte hätten die Lage selbst erkennen müssen. Interessant wird sein, was Aufsichtsrat Berthold Brattig (CDU) verlautbaren wird, vielleicht kollektive Untätigkeit?“. Danach soll die Aussprache der Stadtvertreter zum Thema erfolgen. Darauf freue ich mich, dann werden Frau Lohse (CDU) und Herr Dankert (FDP) sich endlich öffentlich zu ihren Fehlentscheidungen erklären müssen.

Die FWE hat den Vorschlag von Rudolf Behrendt (CDU) nach einem Sonderausschuss Festspiele mit Anerkennung aufgenommen.

Mit Sicherheit kann in einer Stadtvertretung keine Aufklärung über alle Umstände erreicht werden, insbesondere nicht über die Vorkommnisse im Bürgermeisteramt, daher soll ein Sonderausschuss sich damit beschäftigen. Der Ausschuss wird ein paar Monate benötigen, um das Millionendesaster aufzuarbeiten, aber dann werden wir sicherlich nicht dümmer sein. Sicherlich werden CDU und FDP versuchen die Einsetzung des Ausschusses zu verhindern, klar ist, wer gegen den Ausschuss stimmt, der hat etwas zu verbergen.

Die FWE beantragt auch die Abberufung der Aufsichtsräte der Festspiele. „Erstens hat die FWE kein Vertrauen mehr zu diesen Aufsichtsräten und zweitens, bis auf Haftungsansprüche zu Lasten der Stadt Eutin, können die Aufsichtsräte nichts mehr bewirken, da die Gesellschaft insolvent ist. Es ist daher die logische Konsequenz, die Aufsichtsräte abzuberufen.

Ziel ist es nicht die Arbeit des Insolvenzverwalters zu erledigen, sondern auf der Ebene der Stadtverwaltung und der Politik das Millionendesaster aufzuklären. Die Politik hat gegenüber der Öffentlichkeit Rechenschaft abzulegen, auch wenn Bürgermeister Schulz (CDU) und einigen Stadtvertreter es lieber wäre, nicht mehr auf die Vergangenheit schauen zu müssen.

 

 

Malte Tech

Fraktionsvorsitzender der FWE 

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Hat der Bürgermeister und seine Verwaltung die Insolvenz der Eutiner Festspiele mit zu vertreten?

 

Immer wieder wird von der Verwaltung und von den Eutiner Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern die Aufarbeitung über den Untergang der Festspiele verhindert. Zu viele Leichen befinden sich im Keller der Parteien und der Verwaltung. Die FWE bemüht sich seit langem, dieses Thema vorbehaltlos aufzuklären, leider ohne Erfolg.

Als einziger Stadtvertreter hat das CDU-Mitglied Rudi Behrendt dieses ebenfalls gefordert. Leider hatte auch er bei seiner Partei keinen Erfolg. Ja schlimmer noch, die Fraktionsvorsitzende Elgin Loose hat ihn von den Fraktionssitzungen verbannt.

All dies lässt den Verdacht aufkommen, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann.

Aber nach dem Prinzip nur nicht daran rühren und alles schnell unter den Teppich kehren.

So lässt man den Geschäftsführer Josef Hussek als Bauernopfer im Regen stehen und tut so, als wäre er der allein Schuldige. Ist doch Josef Hussek erst während der Spielzeit 2010 als Geschäftsführer eingestiegen. Er ist Künstler und kein Kaufmann. Das hätte der Aufsichtsrat bei der Einstellung berücksichtigen müssen, da er es nicht hat, trägt der Aufsichtsrat eine erhebliche Mitschuld.

Ihn nun mit der Klage des Insolvenzverwalters allein zu lassen ist einfach nur schäbig. Die FWE fordert die Aufsichtsräte sollten als Nebenintervenient  der Klage beitreten. Beim Verlieren des Rechtsstreites wäre dann auch der Aufsichtsrat in der Pflicht, zumal der Hauptausschuss der Stadt Eutin die letzte Förderung mit der Auflage versehen hat, dass Josef Hussek Geschäftsführer bleibt. Es kann nicht sein, das der Aufsichtsrat mit der Verwaltung sich einfach aus der Verantwortung stiehlt.

 

Schon am 19. August 2010 hat Josef Hussek in einer E-Mail Monica Obieray und Bürgermeister Schulz, auf eine drohende Insolvenz hingewiesen.

 

Malte Tech

 

 

 

 

 

Zitate:

 

Aufsichtsratsvorsitzender Brandes

 

„Einen Betrieb zu führen in guten Zeiten kann jeder Dussel. In schlechten Zeiten muss man´s können“ (Brandes, LN 20.06.2008)

 

„Insolvenz? Eine dümmere Idee habe ich nicht gehört“ (Brandes, LN 15.10.2008)

 

 

Geschäftsführer Sense

 

„Das Gebot der Stunde ist nicht das Sparen, sondern das Gegenteil“ (Intendant Sense in der Gesellschafterversammlung am 19.11.207 auf die Frage, wann die Festspiele zur soliden Finanzierung zurückkehren wollen. Protokoll vom 19.11.2007

 

Bürgermeister Schulz

 

„Jörg Fallheier hat sehr viele positive Ansätze hier für Eutin und die Festspiele geleistet. Ich finde, man sollte sich nicht nach einem Jahr schon wieder von ihm trennen“ (Bürgermeister Schulz, Mitinitiator zur Abwahl des Aufsichtsrates, damit Fallheier bleiben konnte, OHA 23.08.2006

 

„Jörg Fallheier hat zwei Gesichter“ (Bürgermeister Schulz zwei Jahre später nach der von ihm als AR-Mitglied mitgetragenen fristlosen Kündigung, OHA 1.09.2007

 

„Wir werden das Defizit der vergangenen Jahre erheblich abbauen“ (Bgm Schulz, LN 18.08.2010)

 

„Die Tendwende ist geschafft. Der Umbruch ist da, das Potenzial der Eutiner Festspiele ist wieder frei gelegt worden“ (Bgm. Schulz, OHA 16.08.2010)

 

 

Drei Tage später teilt der Geschäftsführer Hussek in einer Mail dem Bürgermeister Schulz mit, dass die Eutiner Festspiele zahlungsunfähig sind und er (Hussek) zum Monatsende Insolvenz anmelden will.

 

 

 

 

 

                       

 

 

 

 

                     Der Niedergang der Festspiele seit 2005 -           20.05.2011

                  eine „erfolgreiche Initiative“ von Schulz und Lohse!

 

Es wird heute von niemand mehr ernsthaft bestritten, dass der Niedergang der erfolgreichen Eutiner Festspiele eingeleitet worden ist im September 2005 durch die Stadt Eutin, vertreten durch die stellv. Bürgermeisterin Elgin Lohse, als sie die Abwahl der seit Jahren gesamten Führungsmannschaft beantragte. Zu den Initiatoren und Mitunterzeichnern gehörten auch Bürgermeister Schulz persönlich, die Sparkasse und der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Eutin, Hoth.

 

Man wollte die „Macht“ bei den Festspielen übernehmen und den geplanten Rausschmiss des damaligen Intendanten Fallheier verhindern. Begründet wurde der Antrag aber ganz anders, nämlich mit der frei erfundenen Behauptung, bei den Festspielen gäbe es eine "akute finanzielle Bedrohung". Das war natürlich völlig aus der Luft gegriffen, und alle wussten, dass die Festspiele sich der höchsten Rücklage aller Zeiten erfreuten, dass sechsstellige (!) Betriebsgewinne erzielt wurden und dass aktuell mehrere hunderttausend Euro Guthaben auf den Konten der Sparkasse lagerten.



Schon im Hauptausschuss am 13. 9. 2005 musste sich Elgin Lohse (CDU) unangenehme Fragen gefallen lassen. Lt. Protokoll fragte ihr Fraktionskollege Kermer, „welche Gründe für eine Abwahl der Aufsichtsratsmitglieder vorliegen könnten“. Nach einigem Zögern und Rumeiern kam ihre gequälte Antwort (lt. Protokoll),  "dass sie nicht davon überzeugt ist, dass die Fördergelder vorschriftsmäßig verwendet wurden". Das war eine schlimme und sehr böse Verdächtigung , für die es keinerlei Veranlassung gab; denn tatsächlich ist alles völlig korrekt verwendet und umfassend abgerechnet worden, wie in den Prüfungsberichten uneingeschränkt testiert worden ist.

Getreu dem Motto: Verdächtigen und Bezichtigen. Das spart Argumente und wirkt meistens als Genickschuss für den Gegner. Wer fragt dann noch nach Charakter?

 
SPD-Stadtvertreter Welack (er hatte die Rechtskonstruktion einer GmbH niemals begriffen und glaubte naiv, sie sei mit der städtischen 1,3% - Beteiligung eine Abteilung der Stadtverwaltung) gab in derselben Sitzung des Hauptausschusses seiner gekränkten notorischen Eitelkeit freien Lauf: "Der Umgang der Festspiele gegenüber der Stadt Eutin war über Jahre durch Nichtbeachtung bis hin zur Verachtung geprägt...Eine neue Mannschaft kommt den Festspielen zu Gute“.

Ob er auch heute noch dieser Überzeugung ist? Denn heute weiß man, dass die von ihm geforderte „neue Mannschaft“, zu der auch er zeitweise gehörte, den Eutiner Steuerzahler über 1,6 Mio. € gekostet hat. Und außerdem die Festspiele verloren sind!

 
Klar, dass sowohl CDU als auch SPD sich vehement gegen eine Aufklärung der wahren Hintergründe für die Festspiel-Pleite wehren.

 

Malte Tech


Der Abwahlantrag vom September 2005 ist ein trauriges Zeitdokument. Hier das Original:

 


 

 

 

Der Märchenerzähler Fallheier                                                 15.07.2011

 

Geht es noch dreister? In einem Fernsehinterview (18:00 Uhr am 12. Juli im NDR-Fernsehen) erklärt der Intendant der Neuen Eutiner Festspiele, Fallheier, zu den Gründen, dass er als Intendant 2007 gekündigt worden sei: "Bei mir gab es keine finanziellen Probleme".

 

Glaubt er, dass man in Eutin schon vergessen hat, dass er den Untergang der Eutiner Festspiele zu verantworten hat? In seiner kurzen Zeit als Intendant von 2005 bis 2007 hat er das, was in 55 Jahren von seinen Vorgängern erfolgreich aufgebaut worden ist, konsequent zugrunde gerichtet. Mit Duldung und sogar tatkräftiger Unterstützung von Bürgermeister Schulz, seiner Stellvertreterin Lohse und dem Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung Eutin hat er irreversibel die bewährten Strukturen zerstört und für die immense Kosten-Explosion gesorgt, die die Festspiele schon damals an den Rand der Pleite gebracht hat.

 

Jeder kann sein verhängnisvolles Wirken in den Bilanzen der Eutiner Festspiele nachlesen:

Die Betriebsgewinne betrugen:

 

Unter Intendant Grote

2003 Plus 140.588 €

2004 Plus 142.875 €

 

Unter Intendant Fallheier

2005 Plus 19.334 €

2006 Minus 28.818 € trotz erhöhter öffentlicher Zuschüsse!

2007 Minus 175.417 €

 

 

Oder hat Herr Fallheier gemeint, dass es für ihn persönlich "keine finanziellen Probleme" gegeben hat, weil man ihm eine Verdoppelung seiner Intendanten-Gage genehmigt hatte und er bei seinem Ausscheiden außerdem noch eine hohe Abfindung erhielt, damit man ihn loswerden konnte?

 

Das Interview:

Die Moderatorin erklärt, dass Fallheier schon einmal bei den Festspielen Intendant war, im Jahr 2007 aber gekündigt worden sei.

Sie fragt: "Hat es wirklich nur am Geld gelegen oder gab es da auch noch andere Gründe?" Fallheiers Antwort:

"Also bei mir gab es keine finanziellen Probleme, die sind nach meiner Kündigung entstanden".

 

Sein Minus von 175.000 € (!), der bis dahin höchste Verlust in der Geschichte der Festspiele, für ihn also kein Problem?

Oder, wie schrieb ich schon einmal, man verbiege die Wahrheit solange bis sie passt.

Malte Tech 

 

 

 

 Eutin, den 11.08.2011

 

Der ehemalige Geschäftsführer Hussek soll für die Festspiele bluten

Nur drei Monate war er im Amt. Dafür soll der letzte Geschäftsführer der insolventen Eutiner Festspiele, Josef Hussek, mit seiner gesamten wirtschaftlichen Existenz bezahlen. So ist die formelle Rechtslage, weil Hussek dem Willen seines Aufsichtsrates und des Intendanten gefolgt ist, die Insolvenz nicht schon während der Spielzeit 2010 anzumelden, sondern er dies erst im Oktober vollzogen hat.

In einem verzweifelten Appell hat sich Josef Hussek an Bürgermeister Schulz gewandt, ihn mit den Forderungen des Insolvenzverwalters nicht im Regen stehen zu lassen. 100.000 € wolle zwar die Managementversicherung übernehmen, 40.000 € aber habe er persönlich aufzubringen. Besonders pikant: Bürgermeister Schulz, der selbst tief verstrickt ist, hatte seinen Kämmerer in der Gläubigerversammlung dafür stimmen lassen, dass der Insolvenzverwalter bei Hussek sage und schreibe fast 400.000 € (!) eintreiben sollte.

Was wir dazu meinen

Josef Hussek ist reingelegt worden. Er ist ein erfahrener, charmanter und liebenswürdiger Wiener Theatermann, der große Oper machen kann und ganz in seiner Kunst aufgeht. Er ist aber nicht gelernter Kaufmann und auch nicht Jurist, und als Österreicher kannte er sich natürlich auch im strengen deutschen Insolvenzrecht nicht aus. Das wussten die Mitglieder des Aufsichtsrates genau, trotzdem (oder gerade deswegen) haben sie ihn zum Geschäftsführer der schon schwer schlingernden Festspiele-GmbH gemacht und ihn damit ans Messer geliefert. Suchten sie ein leichtes Opfer, um einen Schuldigen zu haben? Der gutmütige Hussek war ohne Argwohn und hatte darauf vertraut, dass man es ehrlich mit ihm meinte, als man ihn als „Retter“ nach Eutin holte. Über sein hohes Risiko ist er nicht aufgeklärt worden, schon gar nicht, dass man nach seiner nur dreimonatigen Tätigkeit Hunderttausende € von ihm persönlich fordern könnte.

Auch waren die Mitglieder des Aufsichtsrates schon weit länger in ihren Ämtern als Josef Hussek, und sie kannten die wahren Zahlen oder hätten sie wenigstens kennen müssen. Noch Ende August 2010, als die Festspiele wirtschaftlich schon untergegangen waren, hat die Aufsichtsratsvorsitzende, Monika Obieray, Zweifler zur Stange gerufen: „Wir wollen die kräftige Aufwärtsentwicklung und damit diesen Weg, den wir eingeschlagen haben, ausbauen“ (Internet-Mediaquell, 27. 8. 2010). Und weiter: „Wir haben die Krise hinter uns…“ (Lübecker Nachrichten, 2. 9. 2011). Selbst noch drei Wochen vor dem offiziellen Insolvenzantrag, rühmte sie sich: „Die Zahlen sind echt, dafür stehe ich“ (Lübecker Nachrichten, 18. 9. 2010). Sie hat sich damit nicht nur persönlich verbürgt, sondern auch eingeräumt, bestens im Bilde zu sein. Faktisch war sie die Geschäftsführerin und Josef Hussek war ihr getreuer Sekretär, dem sie jetzt ohne Skrupel die persönliche Haftung zuschieben will, die den 61-Jährigen um seine weiteren beruflichen Chancen bringt und ihm die Existenz raubt.


Auch Bürgermeister Schulz hat hohe Schuld auf sich geladen. Ebenfalls noch im August 2010 hat er den von ihm erdichteten finanziellen Erfolg der Festspiele öffentlich bejubelt und den Gläubigern der Festspiele die Zusicherung gegeben: „Wir werden das Defizit der vergangenen Jahre erheblich abbauen“ (LN 18.08.2010). Lt. Ostholsteiner Anzeiger (16. 8. 2010) formulierte er schwülstig „Die Trendwende ist geschafft. Der Umbruch ist da, das Potenzial der Eutiner Festspiele ist wieder frei gelegt worden“. Woher hatte er sein „Wissen“, leichtfertig oder gar vorsätzlich aus den Fingern gesogen? Kein städtisches Gremium hatte ihn je zu diesen Garantieerklärungen, die die wirklichen Verhältnisse völlig auf den Kopf stellten und die Gläubiger einlullen sollten, ermächtigt. Hussek musste glauben, der Bürgermeister sei genauestens informiert und stehe bedingungslos hinter ihm.


So ist der wahre Verantwortliche für die Insolvenz und deren
Verschleppung nicht Josef Hussek, sondern es sind die Mitglieder des
ehemaligen Aufsichtsrates und Bürgermeister Schulz. Es ist grotesk und skrupellos, dass sie für das von ihnen angerichtete Desaster den
gutgläubigen und anständigen Hussek bluten und bezahlen lassen wollen.

Die ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder und der Bürgermeister sollten der unwürdigen Diskussion schnellstens ein Ende setzen und sich zu ihrer eigenen Schuld und der persönlichen Haftung bekennen. Es ist schon schäbig genug, Josef Hussek bis heute im Ungewissen zappeln zu lassen.

 

Malte Tech

 

 

 

 

 

 

Das waren die verantwortlichen Aufsichtsratsmitglieder im Pleite-Jahr 2010:

 

Monika Obieray, Vorsitzende, Oberstudienrätin

Hans-Georg Westphal, (Vorsitzender bis 30. 6. 2011), nach eigener Aussage: „Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzen“

Bernd Brandes, Geschäftsführer der Brandes GmbH

Berthold Brattig,  früher kfm. Manager REWE-Nord-Ost

Dr. Rolf-Peter Carl,  Verwaltungsbeamter in der Landesregierung i.R.

Prof. Werner Fehling,  Wirtschaftsprüfer (!)

Daniel Kühnel,  Jurist

Caroline Oelmann-Langbehn, selbst. Kauffrau

Prof. Inge-Susann Römhild, Präsidentin der Musikhochschule SH

Heinz Welbers (ab 30.6.), Verwaltungsbeamter i.R.

Malte Tech, 25.08.2011

 

 

 

 

Die Empörung über das Verhalten gegenüber Josef Hussek, bei dem der Insolvenzverwalter der Eutiner Festspiele fast 400.000 € eintreiben soll, ist groß. Eine Vielzahl von Anfragen habe ich erhalten, die ich nachfolgend zu beantworten versuche.

 

Welche Gründe hat der Insolvenzverwalter, von Hussek fast 400.000 € zu fordern?

 

Der Geschäftsführer einer GmbH ist verpflichtet, Insolvenzantrag zu stellen, wenn sein Unternehmen zahlungsunfähig ist. Falls er das versäumt, haftet er persönlich mit seinem ganzen Vermögen für alle Zahlungen, die er danach noch geleistet hat. Das steht in § 64 GmbH-Gesetz.

 

Schon zwei Monate nach seinem Amtsantritt - im August 2010 -  hatte Hussek erkannt, dass das Geld nicht reicht, und er wollte Insolvenz anmelden.

"Aber doch nicht während der Spielzeit" war die Reaktion von Stadt und Aufsichtsrat. Hussek hat sich breitschlagen lassen. Dafür soll er jetzt bluten.

 

 

Welchen Nutzen hatte Hussek durch die verspätete Anmeldung der Insolvenz?

 

Er hatte in keiner Weise einen persönlichen Nutzen.

 

 

Wusste J.Hussek, welche Folgen es hat, den Insolvenzantrag nicht  fristgemäß zu stellen?

 

Nein, wie sollte er. Er ist kein gelernter Kaufmann oder Jurist, sondern Theatermann und Soziologe. Dem Aufsichtsrat, der ihn zum Geschäftsführer gemacht hat, war das natürlich bekannt. Allein deswegen sehe ich die Mitglieder des Aufsichtsrates in der Pflicht.

 

 

Waren die Aufsichtsratsmitglieder sich über die Folgen eines verspäteten Insolvenzantrages im Klaren?

 

Ich behaupte: Ja!

Im Aufsichtsrat saßen "Fachleute", die es genau hätten wissen müssen. Unter ihnen

§      ein Wirtschaftsprüfer (Prof. Hans-Werner Fehling), 

§      ein Unternehmer und GmbH-Geschäftsführer (Bernd  Brandes),

§      ein ehemaliger kfm. Manager (Berthold Brattig, früher REWE Nord-Ost),

§      eine selbständige Kauffrau (Caroline Oelmann-Langbehn),

§      ein Jurist (Daniel Kühnel).

§      einer, der sonst alles weiß (Hans-Georg Westphal, Stadtvertreter)

 

Dass sie den Geschäftsführer nicht gewarnt haben, ist für mich eine eklatante Verletzung ihrer Pflichten. Aufgabe des Aufsichtsrates ist, die Geschäftsführung nicht nur zu beaufsichtigen, sondern auch zu beraten und nicht nur das Unternehmen vor Schaden zu bewahren, sondern auch den Geschäftsführer wie alle Mitarbeiter.

 

 

Welche Rolle hat Intendant Kühnel gespielt?

 

Daniel Kühnel war Intendant und gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied der Eutiner Festspiele. Er ist -  man höre und staune: Jurist! - Trotzdem hat er den im August notwendigen Insolvenzantrag abgelehnt, seine Begründung: Das wäre "ein schändliches Ende nach dem überwältigenden Erfolg". Die Folgen für seinen Geschäftsführer muss er natürlich gekannt haben. Waren sie ihm egal?

Er ist auch Intendant der Hamburger Symphoniker, die seit über 5 Jahrzehnten hier das Hausorchester waren. Vielleicht hat ihm mehr die Gage für sein Orchester am Herzen gelegen als das menschliche Schicksal des Geschäftsführers Hussek?

 

 

Warum hat die Stadt den Festspielen noch Ende August fast 300.000  € bewilligt, obgleich die Festspiele zu diesem Zeitpunkt schon insolvent waren?

 

Die Stadt hat sich über die wirkliche Situation der Eutiner Festspiele nicht vergewissert. Sie hat damit gegen elementare Prüfungs-Pflichten verstoßen und leichtfertig immense Steuergelder verschleudert. Die FWE haben sich heftig gegen die Zahlungen gewehrt, sind in der Stadtvertretung aber überstimmt worden.

Grotesk: Hussek hat das Geld – genau wie von der Stadt gewollt - für Zahlungen an die Gläubiger verwendet. Nach Meinung des Insolvenzverwalters hätte er den Willen der Stadt aber nicht befolgen dürfen. Deshalb fordert er  jetzt das Geld von Hussek. Und die Stadt unterstützt diese Forderung!

 

 

Wie hat der Bürgermeister sich dazu geäußert?

 

Die größte menschliche Enttäuschung für Hussek ist, dass der Bürgermeister so tut, als wenn ihn alles nichts anginge. Vor einem Jahr noch habe Schulz ihm öffentlich versichert "Wir werden Sie nicht hängen lassen". 

Dann aber hat Bürgermeister Schulz in der Gläubigerversammlung seinen Kämmerer sogar mitbeschließen lassen, dass der Insolvenzverwalter bei Hussek 392.000 € eintreiben solle.

 

Bitter für Josef Hussek.

Nicht nur eine wirtschaftliche, auch eine menschliche Tragödie!

 

 

 

Zitate des ausgeschiedenen Intendanten Fallheier

 

Zum amerikanischen Orchester

"Die jungen Künstler...brennen vor Ehrgeiz, singen und spielen auf gutem Niveau" (Fallheiers Bericht über seinen Besuch beim  Orchester in den USA, Internet-"Mediaquell", 22. 4. 2011)

 

"Das ist kein Studentenorchester, wie hier gern behauptet wird. Es handelt sich um Musiker, die kurz vor dem Sprung in professionelle Orchester sind". Er sei sich sicher, dass die Besucher der Festspiele eine Qualität erleben werden, an der keiner herummäkeln könne und werde (Fallheier, LN 25. 5. 2011).

 

 

 

Fallheier einige Wochen später

 

"...das amerikanische Orchester, das leider nicht den Erwartungen entsprach" (Fallheier in NDR-Kultur, 30. 8. 2011)

 

 

Fallheier zu den Betreibern der "Neuen Festspiele"

 

Ich bin nicht bereit mit Personen, die von Theater nichts, aber auch gar nichts verstehen, die zum Teil noch nicht einmal in einer Oper gewesen sind, über das künstlerische Niveau zu diskutieren". (Fallheier in NDR-Kultur, 30. 8. 2011)

 

"Ich musste mit Herrschaften aus dem Beirat diskutieren, die meinten, das künstlerische Niveau, das wir gehabt haben, wäre ausreichend, und ich diskutiere nicht mit jemand, der von Kultur keine Ahnung hat, über künstlerisches Niveau" (Fallheier in NDR-Kultur, 30. 8. 2011)

 

 

 

 




 


 

 

 

 

 

Fallheiers Abgang: Hoffentlich endgültig!

 

 

 

 

 

Wieder einmal im Zorn verlässt Jörg Fallheier Eutin. Wer ihn kennt (als langjähriger Gesellschafter habe ich vieles miterlebt!), wird den Festspielen wünschen: Hoffentlich diesmal endgültig! Er war es, der so viel Zank und Streit in unsere Stadt gebracht hat und viele alte Freundschaften zerbrechen ließ. Er war es, der als früherer Intendant den wirtschaftlichen Niedergang unserer Sommeroper mit Verschwendungen und Größenwahn entscheidend auf dem Gewissen hat. Da ist es sehr dreist, die jetzigen Verantwortlichen zu beschimpfen, dass sie vor allem die Wirtschaftlichkeit im Auge hätten. Und dass sie ihn, den Grundehrlichen und Redlichen (siehe unter "Eutin": Der Märchenerzähler Fallheier) zu der Lüge gezwungen hätten, die Amerikaner hätten den Eutinern etwas geschenkt.

 

 

 

 

 

Der Ostholsteiner Anzeiger rühmt Fallheiers  unwürdige Pöbeleien als "Abgang mit Stil" (keineswegs ironisch gemeint!). Ich nenne sie unverschämt und schäbig gegenüber denen, die dem arbeitslosen Fallheier trotz der vielen  berechtigter Bedenken hier eine Chance gegeben hatten. Umso mehr haben die Macher der "neuen Festspiele" Anerkennung verdient, die mit einem immensen Kraftaufwand es gewagt haben, die schon tot geglaubte Eutiner Freilichtoper wieder zu beleben. Sie mussten kämpfen gegen den völlig heruntergewirtschafteten Ruf,  gegen das allseits verloren gegangene Vertrauen, gegen den unbarmherzigen Wettergott und schließlich auch noch gegen den selbstgefälligen und uneinsichtigen Fallheier. Wenn sie, wie ich hoffe, in dieser Spielzeit wirtschaftlich wenigstens "mit einem blauen Auge“ davon gekommen sind, dann haben sie damit bewiesen, dass der Weg zurück zum Aufschwung der Festspiele nicht über Größenwahnsinn, sondern nur über Bescheidenheit, Kostenbewusstsein und schlanke Strukturen führt.

 

 

 

 

 

Die jetzigen Festspiel-Betreiber sind mit nicht einmal der Hälfte der öffentlichen Zuschüsse ausgekommen, die in den letzten Jahren notwendig waren. Sie haben damit den Stadtvertretern und anderen selbsternannten "Managern", die in den vergangenen Pleitejahren den Festspielen vorstanden, eine schallende Ohrfeige erteilt. Sie haben ihnen nämlich gezeigt, dass nicht ausufernde Reden, endlose Debatten, aktionistische Satzungsänderungen und "Fachleute" im  Aufsichtsrat zum Erfolg führen, sondern nur hoher persönlicher Einsatz, kaufmännischer Sachverstand und ein ideenreiches Marketing.

 

 

 

 

 

Es  ist zu wünschen, dass die jetzigen Festspiel-Betreiber weitermachen und sie bald wieder an die alten künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolge anknüpfen werden, als es fast immer eine Vollauslastung gab und als  - bei mehr als doppelter Besucherzahl - nur die Hälfte der heutigen Zuschüsse notwendig war.

 

 

 

 

 

 

Noch mehr Steuergelder für die Festspiele?

 

Noch im Jahr 2005, bevor die Stadt Eutin den beispiellosen Niedergang der Eutiner Festspiele betrieben hat, betrugen die gesamten öffentlichen Zuschüsse nur 40.500 €. Das bedeutete, dass jeder Besucher den Zuschussgebern Land, Kreis und Stadt 1,00 Euro wert war. Selbstverständlich wurden damals Opernscheune und Tribüne aus den Einnahmen  der Festspiele finanziert und unterhalten. Und trotzdem wurde noch ein beachtlicher Gewinn erzielt, der in die Rücklagen ging!

 

Heute dagegen erhalten die Neuen Eutiner Festspiele einen jährlichen öffentlichen Zuschuss von 185.000 €, und jeder Besucher wird mit über 9,00 € (!) subventioniert, das heißt neunmal so viel wie noch 2005!

 

Die Macher der neuen Eutiner Festspiele, einst angetreten mit dem Versprechen, alles besser zu machen, sind damit  aber immer noch nicht zufrieden. Sie erwarten noch weit mehr von der Stadt: 500.000 € für die Opernscheune und, wenn die erst einmal gekauft ist, weitere 3,5 Mio. € für eine neue Tribüne. CDU und FDP wollen diese Forderungen erfüllen. Und damit ihre jahrelangen immensen Verschwendungen fortsetzen. Ein Konzept haben sie nicht, was mit der Scheune geschieht, wenn die neuen Festspiele schon nach kurzer Zeit ihren Spielbetrieb einstellen.

 

Die Freien Wähler Eutin möchten, dass es mit den Festspielen weitergeht, aber zu Bedingungen, die unseren Steuerzahlern zumutbar sind und unsere Stadt nicht immer weiter verschulden.

 

Malte Tech                                                Eutin, den 15.11.2011

 

Der nächste Termin für das

"Bürgerforum"

wird hier zeitnah bekannt gegeben.

 

 

 

 

 

 

 

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